Projektmanagement ohne Grenzen
01. Oktober 2007
Erfolgsfaktoren für die Einführung eines Ressourcenmanagements
Beim
24. Internationalen Deutschen Projektmanagement Forum 2007, dessen
Schirmherr Staatsminister Erwin Huber ist, wurden vom 16. bis 17.
Oktober in München die unterschiedlichsten Aspekte zu diesem Thema
ausführlich dargestellt. Zu den Referenten gehörten Sönke Claussen und
Michael Becker von Clausmark Consulting GmbH. Ihr Thema
„Erfolgsfaktoren für die Einführung eines Ressourcenmanagements“
erläutert, wie Projekt- und Ressourcenmanagement zur Umsetzung von
Unternehmenszielen strategisch eingesetzt werden kann.
Zur
Erklärung nachhaltiger Wettbewerbsvorteile hat sich nach anhaltender
Kritik an den marktorientierten Ansätzen (vgl. Porter) die so genannte
„Resource-based View“ durchgesetzt. Sie definiert das Unternehmen als
Kombination materieller und immaterieller Ressourcen und fordert, eine
Strategie so zu formulieren, dass diese Ressourcen marktwirksam werden
können, also - wenn immer möglich - in nachhaltige Wettbewerbsvorteile
umgesetzt zu überdurchschnittlichen Gewinnen führen. Sönke Claussen und
Michael Becker identifizierten in ihrem Vortrag die Mitarbeiter
bestimmter Unternehmensbereiche (insbesondere F&E, Vertrieb,
Beratung) erstmals als strategisch wertvolle Ressourcen im Sinne der
„Resource-based View“, indem diese explizit auf die Anforderungen an
strategisch wertvolle Ressourcen bezüglich „Value“, „Rareness“,
„Imperfect Imitability“, und „Substitutability“ überprüft werden.
Im
Verlauf ihres Vortrags gingen sie auf die Notwendigkeit eines vom
klassischen Projektmanagement entkoppelten Ressourcenmanagements in
Unternehmen mit ausgeprägter Projektstruktur ein, da das reine
Projektmanagement nicht die gerechte und vernünftige Versorgung der
einzelnen Projekte mit Ressourcen garantieren kann. Ziel des
Ressourcenmanagements ist einerseits die optimale Auslastung der
Ressourcen und andererseits eine möglichst gerechte Versorgung der
Projekte mit Arbeitskapazitäten. Dabei wurden von ihnen auch die
Auswirkungen der veränderten Rahmenbedingungen im globalen Wettbewerb,
die Projektorganisation (z.B. Senkung der Entwicklungszeit) im
Allgemeinen und die Ressourcenzuteilung im Speziellen (z.B.
Frontloading in F&E-Projekten) berücksichtigt.
Den
Forumsteilnehmern wurden von Sönke Claussen und Michael Becker
ausführlich konkrete Empfehlungen - von notwendigen Veränderungen in
der Unternehmensorganisation bis hin zu Anforderungen an
IT-Unterstützung - für die Einführung eines Ressourcenmanagements in
Unternehmen gegeben. Dabei gingen sie auch auf die notwendigen
Voraussetzungen bezüglich der Unternehmensstruktur und der
Projektorganisation ein, die erfüllt sein müssen, damit die Einführung
eines Ressourcenmanagements erfolgreich wirksam werden kann und die
erhofften Wettbewerbsvorteile erzielt werden.
Diese
Wettbewerbsvorteile, die sich in einer Kostensenkung oder in einer
Umsatzsteigerung auswirken, waren Thema des letzten Teils des Vortrags
von Sönke Claussen und Michael Becker. Sie haben erläutert, wie das
Ressourcenmanagement direkt durch den optimierten Einsatz der
Mitarbeiter (als strategisch wertvolle Ressourcen) und indirekt durch
eine verbesserte Projektauswahl und Durchführung zur Erreichung
folgender Unternehmensziele beiträgt: Kostensenkung, Umsatzsteigerung
und Mitarbeiterzufriedenheit.